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Varikozele



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Varikozele (Krampfaderbruch): Krampfaderbildung im Bereich des Venengeflechts des Hodens. Meistens tritt die Varikozele bei jungen Männern zwischen 15–25 Jahren und überwiegend nur linksseitig auf. Die Ursache dafür ist die ungünstige Einstrombahn der linken Hodenvene in die linke Nierenvene. Diese Art von Varikozelen ist nicht therapiebedürftig, außer wenn die Zeugungsfähigkeit eingeschränkt ist oder dauerhafte Beschwerden bestehen. Selten ist eine Varikozele Folge einer Einklemmung der Abstrombahn der Hodenvene durch einen Nierentumor.

Leitbeschwerden

  • Meistens keine, zufällige Entdeckung etwa im Rahmen der Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch, Sterilitätsdiagnostik oder bei der Musterung
  • Eventuell Beschwerden nach längerem Stehen (ziehende Schmerzen oder Schweregefühl im Hodensack).

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, um andere Hodenerkrankungen auszuschließen.

Die Erkrankung

Ursache für die Varikozele sind meist fehlende oder defekte Venenklappen, die normalerweise ein „Versacken“ des Bluts verhindern. Seltener sind die sogenannten symptomatischen Varikozelen: Sie entstehen dadurch, dass ein Tumor (meist Nierentumor) auf die Nierenvene oder die Hohlvene der betroffenen Seite drückt und so einen „Blutrückstau“ bis in den Hoden verursacht. Verdächtig hierfür ist das Auftreten der Varikozele erst im späteren Lebensalter oder wenn der rechte Hoden betroffen ist.

Bei etwa 50 % der Männer mit Varikozele ist die Zeugungsfähigkeit eingeschränkt, vermutlich durch die zu hohe Hodentemperatur in Folge der Blutstauung. In diesem Fall stehen verschiedene Verödungs- und Operationsverfahren zur Beseitigung der Varikozele zur Verfügung.

Das macht der Arzt

Zunächst untersucht der Arzt den Hoden im Liegen und Stehen. Per Ultraschall und durch eine Darstellung der Hodendurchblutung (Dopplersonografie) stuft er die Ausprägung der Varikozele noch genauer ein und prüft den Hoden auf sonstige Veränderungen. Außerdem beurteilt er die Nieren auch im Ultraschall, um einen Tumor auszuschließen.

Üblicherweise werden mindestens zwei Spermiogramme (Untersuchung der Spermien auf Anzahl und Qualität) durchgeführt, um festzustellen, ob durch die Varikozele die Fruchtbarkeit bereits eingeschränkt ist. Ist dies der Fall oder bestehen dauerhafte Beschwerden, so wird der Arzt – abhängig von den Gegebenheiten der jeweiligen Klinik – entweder eine Verödung vom Hodensack aus oder eine laparoskopische Operation, also über eine Bauchspiegelung empfehlen. Dazu gehört eine ausführliche Beratung über die möglichen Komplikationen der verschiedenen Verfahren sowie darüber, wie häufig eine Varikozele wieder auftritt. Die Studienergebnisse bezüglich einer verbesserten Zeugungsfähigkeit nach der Operation einer Varikozele sind weiterhin widersprüchlich.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 25.04.2016 um 18:04


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