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Trichomonadeninfektion der Scheide



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Trichomonadeninfektion der Scheide (Trichomoniasis, Trichomonadenkolpitis): Infektion der Scheide mit dem Erreger Trichomonas vaginalis. Trichomonaden sind bei 8–12 % aller gesunden Frauen im geschlechtsreifen Alter nachzuweisen. Etwa ein Drittel aller Scheidenentzündungen beruhen auf einer Infektion mit diesen Geißeltierchen. Häufig verursachen sie keine Beschwerden und nach adäquater Behandlung heilt eine Trichomonadeninfektion fast immer schnell aus.

Leitbeschwerden

  • Jucken und Brennen der Scheide und des äußeren Geschlechtsorgans, verstärkt nach Geschlechtsverkehr
  • Schaumiger, grünlich-gelber bis bräunlicher, manchmal übel riechender Ausfluss
  • Vermehrter Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Dünnflüssiger, grünlich-gelb verfärbter Ausfluss auftritt
  • Es zu Jucken und Brennen in der Scheide kommt
  • Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr auftreten.

Heute noch, wenn Schmerzen beim Wasserlassen auftreten.

Die Erkrankung

Trichomonaden sind kleinste Geißeltierchen (Flagellaten), die in den Schleimhäuten der Harnwege und des Genitaltrakts bei Männern und Frauen vorkommen. Sie sind fakultativ pathogen, d. h., sie rufen nicht in jedem Fall eine Infektion hervor. Trichomonaden werden durch Geschlechtsverkehr, seltener auch durch infizierte Badekleidung oder Handtücher übertragen. Die akute Entzündung zeigt sich durch starkes Jucken und Brennen im Genitalbereich, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr. Da häufig auch die Harnröhre befallen ist, können die Symptome denen einer (chronischen) Blasenentzündung ähneln.

Das macht der Arzt

Auf eine Trichomonadeninfektion weisen bereits der charakteristische Ausfluss und eine gerötete und eventuell geschwollene Scheidenwand hin. Der Arzt sichert die Diagnose durch eine Untersuchung des Scheidenabstrichs unter dem Mikroskop, wo die Bewegungen der Geißeltierchen gut erkennbar sind. Leichte Infektionen werden mit einer einmaligen Einnahme des Antibiotikums Metronidazol (z. B. Clont®) behandelt, bei chronischen Infektionen kann eine Behandlung von 5–10 Tagen notwendig sein, eventuell verschreibt der Arzt zusätzlich Vaginalzäpfchen mit dem gleichen Wirkstoff. Da es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt, wird der Partner in der Regel mitbehandelt. Auf Geschlechtsverkehr ist während der Infektion zu verzichten.

Vorsorge

Wenn Sie zu Trichomonadeninfekten neigen:

  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome
  • Verzichten Sie auf Sauna- und Schwimmbadbesuche.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 30.03.2016 um 17:34


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