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Brustkorbverletzungen



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Brustkorbverletzungen: Verletzungen des Brustkorbs und der Brustorgane durch stumpfe Gewalt, meist im Rahmen von Verkehrs- und Sportunfällen, oder durch Stich- und Pfählungsverletzungen, z. B. bei Gewalttaten. Leichte Verletzungen, z. B. Rippenprellungen und einfache Rippenbrüche (Rippenfrakturen) kommen häufig vor und heilen mit Schmerzbehandlung und Schonung folgenlos. Brustbeinbrüche kommen ebenso vor, wenn auch deutlich seltener. Potenziell lebensgefährlich sind dagegen Brüche an mehr als zwei benachbarten Rippen (Rippenserienbruch) sowie Verletzungen von Lungen- und/oder Rippenfell, wenn sie zu Atemstörungen führen. Verletzungen von Lunge, Herz, Schlagader oder Oberbauchorganen führen manchmal innerhalb kürzester Zeit zum inneren Verbluten, wenn nicht sofort eine Operation erfolgt.

Leitbeschwerden

  • Schmerzen (v. a.) beim Atmen, Atemnot
  • Schwindel, Herzrasen, Unwohlsein
  • Angst und innere Unruhe.

Wann zum Arzt

Sofort bei Brustschmerzen nach einer Verletzung

Sofort den Notarzt rufen bei Atemnot oder Schockzeichen.

Die Erkrankung

Der knöcherne Brustkorb schützt sowohl die Organe des Brustraums (Lunge, Herz) als auch die Organe des Oberbauchs (Leber, Milz, Magen). Er ist die erste Verteidigungszone des Körpers gegen Gewalteinwirkung von außen. Entsprechend sind Rippenprellungen und Rippenbrüche häufige Verletzungen nach allen Arten von Unfällen, z. B. durch Stürze, Schläge oder Sicherheitsgurte bei Verkehrsunfällen. Gelegentlich entstehen Rippenbrüche ohne äußere Gewalteinwirkung, wenn Knochen durch Osteoporose geschwächt sind. In diesem Fall verursachen manchmal schon kräftige Hustenstöße einen Bruch.

Prellungen und Brüche sind sehr schmerzhaft, in der Regel aber harmlos, solange die inneren Organe, Lungen- und Rippenfell unverletzt bleiben. Die Schmerzen sind so stark, weil der Brustkorb durch die Atemtätigkeit in ständiger Bewegung ist. Trotzdem heilen gebrochene und geprellte Rippen meist problemlos innerhalb von 3–6 Wochen. Als Komplikation tritt gelegentlich eine Lungenentzündung auf, da die Schmerzen zu einer oberflächlichen Atmung führen und die mangelhafte Belüftung der Lunge das Festsetzen von Krankheitserregern begünstigt. Bei älteren Menschen, die oft bereits durch Alterungsvorgänge an Lunge und Brustkorb verminderte Atemreserven haben, droht zudem eine Unterversorgung mit Sauerstoff.

Gefährlich werden Brustkorbverletzungen dann, wenn mehrere Rippen gleichzeitig gebrochen sind. Ein Rippenserienbruch führt nämlich oft zur ineffektiven, paradoxen Atmung, bei der sich der Brustkorb – entgegen der natürlichen Bewegung – während der Einatmung einzieht und während der Ausatmung ausbeult. Diese Patienten müssen maschinell beatmet werden.

Verletzungen von Lungen- und/oder Rippenfell bergen dagegen die Gefahr, dass Luft oder Blut in den Spalt zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleuraspalt) eindringt und die Lunge zum Zusammenfallen bringt (Pneumothorax, Hämothorax). Auch diese Verletzung erschwert oder verhindert eine ausreichende Atmung und stellt damit einen lebensbedrohlichen Notfall dar. Ebenso gefährlich sind begleitende Verletzungen der Hauptschlagader (Aorta) und der Brust- und Oberbauchorgane. Je nach betroffenem Organ (Herz, Lunge, Leber, Milz, Schlagader), drohen innere Blutungen, die manchmal innerhalb weniger Minuten zum Tode führen, oder akute Funktionsstörungen, z. B. von Herz oder Lunge.

Das macht der Arzt

Das Abhören der Lunge – bei Bedarf ergänzt durch Röntgen, CT, Kernspin oder Ultraschall von Brustkorb und eventuell Oberbauch – zeigt den Schweregrad der Verletzung. Bei Rippenserienbrüchen und möglichen Verletzungen am Herzen ist zusätzlich ein EKG erforderlich.

Prellungen oder einfache Brüche einzelner Rippen lassen sich ambulant behandeln. Die Atembewegungen verhindern eine klassische Bruchtherapie mit Ruhigstellung und Schonung. Wichtig ist jedoch die Einnahme von Schmerzmitteln, z. B. NSAR, um eine schmerzarme Atmung zu ermöglichen und dadurch Lungeninfektionen und Sauerstoffmangel vorzubeugen. Eine ausreichende Schmerztherapie gilt auch als wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Atemtraining. Dieses ist insbesondere bei älteren Patienten erforderlich, um eine Minderbelüftung von Lungenanteilen und ein nachfolgendes Zusammenfallen von kleinen Lungenabschnitten (Atelektase) zu verhindern.

Führen Verletzungen des Lungen- oder Brustfells zu einem Pneumothorax (oder Hämothorax), reicht bei kleineren Luft- oder Blutansammlungen meist eine Überwachung des Heilungsverlaufs durch regelmäßige Röntgenkontrollen. Bei drohendem oder bereits eingetretenem Lungenkollaps ist dagegen eine Pleuradrainage unerlässlich. Verletzungen von Organen oder Hauptschlagader erfordern eine rasche Operation.

Erste Hilfe

Wenn der Verletzte ansprechbar ist, lagern Sie ihn mit erhöhtem Oberkörper, bei erträglichen Schmerzen möglichst auf die verletzte Seite. Diese Position stabilisiert die geschädigte Seite des Brustkorbs und erleichtert die Atmung auf der unverletzten Seite.

Bei offenen Brustkorbverletzungen muss sofort gehandelt werden. Sie erkennen diese Notfallsituation an schlürfenden bis blubbernden Geräuschen im Wundbereich. Um einen zunehmenden Pneumothorax zu verhindern, ist es äußerst wichtig, die Wunde möglichst schnell luftdicht zu verschließen.

Im Notfall reicht dazu die eigene Handfläche; besser eignet sich jedoch ein Stück Plastikfolie (z. B. von einer Einkaufstüte), möglichst über einer sauberen Wundauflage, die ihrerseits mit Heftpflaster abgedichtet ist. Eine Bandage fixiert den gesamten Verband am Körper. Diese Maßnahme ist am wirksamsten, wenn der Patient vor Abdecken der Wunde kraftvoll ausatmet, um bereits eingedrungene Luft aus dem Pleuraspalt zu entfernen.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Siegfried Locher | zuletzt geändert am 01.04.2016 um 10:13


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