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Bauchspeicheldrüsenkrebs



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom): Meist von den Schleimhäuten der kleinen Bauchspeicheldrüsengänge ausgehender Krebs. Er tritt vor allem zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf; Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das Risiko ist bei Rauchern dreifach höher, ferner bei chronischer, erblich bedingter Bauchspeicheldrüsen-Entzündung und einigen seltenen Erbkrankheiten. Da der Krebs anfangs kaum Beschwerden verursacht, wird die Diagnose häufig erst im fortgeschrittenen Stadium gestellt, in dem eine Operation mit dem Ziel der völligen Tumorentfernung nur selten möglich ist.

Die Prognose ist sehr schlecht: Die durchschnittliche Überlebenszeit liegt bei der Diagnosestellung bei 6 Monaten bis 2 Jahren. Bei sehr kleinen operablen Tumoren (Durchmesser maximal 2 cm), also in einem frühen Stadium entdeckt und ohne Metastasen, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 40 %. In späteren Stadien liegt sie nach der Operation bei 15 %. Wird nur palliativ therapiert, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 0 %.

Neben dem Bauchspeicheldrüsenkrebs, der keine Hormone produziert, gibt es auch verschiedene gut- und bösartige hormonbildende Tumoren der Bauchspeicheldrüsenzellen.

Leitbeschwerden

  • Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • Mattigkeit, Abnahme der Leistungsfähigkeit, Gewichtsverlust
  • Schmerzen, die vom Oberbauch gürtelförmig in den Rücken ziehen, Übelkeit und Erbrechen
  • Manchmal Gelbsucht, wenn der Krebs sich im Pankreaskopf befindet bzw. die Pankreaspapille (Ausführungsgang in den Dünndarm) verschließt
  • Selten Thrombosen unklarer Ursache
  • Später oft Diabetes.

Die Erkrankung

Die Ursachen des Bauchspeicheldrüsenkrebses sind vielfältig: genetische Veranlagung, wiederholte Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen, Umwelteinflüsse und auch Rauchen sind Risikofaktoren. Die meisten Erkrankten bemerken oft erst spät unspezifische Krankheitszeichen. Dazu gehören Gewichtsverlust, Mattigkeit, eine Abnahme der Leistungsfähigkeit oder leichte Schmerzen im Oberbauch, die mit Verdauungsstörungen einhergehen. Gelbsucht ist meist ein spätes Symptom. Befindet sich der Tumor im Pankreaskopf, tritt häufig schon früh eine Gelbsucht auf. Meistens wird die Krankheit erst entdeckt, wenn die Patienten gelb sind. In seltenen Fällen gehen Patienten zum Arzt, weil sie Oberbauchschmerzen haben. Der Hausarzt bemerkt beim Abtasten des oberen Bauchs einen harten Widerstand und/oder der Routine-Ultraschall erhärtet den Verdacht auf einen Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung

Ultraschall, CT und Kernspin (gegebenenfalls zusammen mit MRCP und Magnetresonanz-Angiografie) sichern die Diagnose und stellen das Stadium der Erkrankung fest.

Therapie

Ist die Krebserkrankung auf die Bauchspeicheldrüse beschränkt und ist der Tumor klein, versucht der Chirurg, ihn vollständig durch eine Operation zu entfernen.

Die klassische Operation (Whipple-Operation) ist sehr eingreifend. Es wird dabei nicht nur die komplette Bauchspeicheldrüse entfernt, sondern auch der Zwölffingerdarm, die Gallenblase und ein Teil des Magens. Die Sterblichkeit bei dieser Operation beträgt 15 %. Deshalb werden heute weniger radikale Operationsverfahren bevorzugt, bei denen zumindest der Magen erhalten bleibt. Ist der Pankreaskörper bzw. -schwanz von einem Tumor befallen, können auch nur diese Anteile der Bauchspeicheldrüse einschließlich der Milz entfernt werden.

Ist eine operative Entfernung des Tumors nicht möglich, nutzt der Arzt palliative operative Verfahren, Bestrahlung und Chemotherapie zur Schmerzlinderung und zur Erhaltung der Verdauungsfunktionen. Bei Stau der Gallenflüssigkeit mit Gelbsucht kann der Arzt einen Stent in den verengten Bauchspeicheldrüsen- bzw. -gallengang legen oder eine künstliche Verbindung zwischen Gallengang und Darm herstellen. Auch eine Ableitung der Gallenflüssigkeit nach außen ist möglich (PTCD – perkutane transhepatische Cholangiodrainage). Wird der Magenausgang durch den Tumor eingeengt, kann der Arzt operativ eine Verbindung zwischen Magen und Darm herstellen, um die Engstelle zu umgehen. Die oft quälend starken Schmerzen, die sich mit Schmerzmitteln nicht ausreichend lindern lassen, erfordern eventuell die Zerstörung sensibler Nerven im Bauchraum.

Nachbehandlung

Besonders die Whipple-Operation erfordert eine intensivmedizinische Überwachung und einen langsamen, sorgfältig geplanten Kostaufbau. Da eine Pankreasinsuffizienz besteht, müssen die von der Bauchspeicheldrüse nicht mehr gebildeten Verdauungsenzyme in Form von magensaftresistenten Mikropellets (s. o. Kreon®) zu jeder Mahlzeit in ausreichender Dosis eingenommen werden. Außerdem ist eine Insulintherapie notwendig. Insgesamt bleibt die Lebensqualität oft stark eingeschränkt.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis | zuletzt geändert am 30.06.2016 um 16:16


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